Was ist eine Dickdarmspiegelung?

Die Dickdarmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms (Kolon) mit einem Spezialendoskop (Koloskop). Der Arzt kann den Dickdarm betrachten, bei Bedarf Gewebeproben entnehmen (Biopsie) oder kleinere operative Eingriffe durchführen.

Wie funktioniert sie?

Das Koloskop ist ein biegsames Endoskop - ein Gerät mit einer kleine Kamera, die am Ende eines Schlauchs angebracht ist. Der Schlauch hat etwa die Dicke eines kleinen Fingers (10 bis 15 Millimeter) und eine Länge von anderthalb Metern. Das Koloskop enthält ein Stablinsensystem zur Vergrößerung, eine Lichtquelle und meist eine Spül- und Absaugvorrichtung. So kann der Arzt den Darm von innen betrachten. Außerdem besitzt es Arbeitskanäle, durch die chirurgische Instrumente für die Entnahme von Gewebeproben oder kleinere operative Eingriffe eingeführt werden können. Oft ist das optische System des Koloskops über eine Kamera mit einem Monitor verbunden.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Vor der Koloskopie wird der Darm durch abführende Maßnahmen gereinigt. Am Abend vor der Untersuchung nimmt der Patient ein Abführmittel ein. Anschließend soll er viel Flüssigkeit trinken. Am Morgen der Untersuchung muss der Patient nüchtern bleiben, er darf also nichts essen. Durch weiteres Trinken einer großen Menge (etwa ein bis zwei Liter) mineralhaltiger Spüllösung wird der Darm so lange gereinigt, bis nur noch klare Flüssigkeit entleert wird.

Bei Patienten mit einer akuten Entzündung der Darmwand-Ausstülpungen (akute Divertikulitis) besteht die Gefahr, dass das Koloskop bei der Untersuchung die Darmwand durchstößt (Perforation). In diesem Fall sollte man auf eine Koloskopie verzichten.

Wie läuft die Darmspiegelung ab?

Ein beruhigendes und schläfrig machendes (sedierendes) Medikament ist für die Darmspiegelung nicht unbedingt erforderlich, kann aber auf Wunsch verabreicht werden.

Bei der Untersuchung schiebt der Arzt das Koloskop über den After in den Mastdarm und von dort aus weiter in den Dickdarm vor. Durch das Einblasen von Luft entfaltet sich der Dickdarm und ist so für den Arzt besser einsehbar. Aufgrund der Biegsamkeit des Endoskops kann der Arzt den Biegungen des Dickdarms gut folgen und das Koloskop bis zur Mündung des Dünndarms in den Dickdarm führen. Bei bestimmten Fragestellungen wird auch versucht, das Koloskop ein kurzes Stück (etwa zehn Zentimeter) in den Dünndarm hineinzuschieben.

Mögliche Komplikationen

Hat der Patient ein sedierendes Mittel eingenommen, darf er an diesem Tag kein Fahrzeug mehr steuern. Er sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder sich von einer anderen Person fahren (und abholen) lassen. Sedierende Mittel können außerdem bei Personen mit Herz- und Lungenerkrankungen zur Verschlechterung dieser Organfunktionen führen. Hier ist hier eine längere Nachbeobachtung nötig.

In sehr seltenen Fällen kann es bei der Dickdarmspiegelung zur Durchstoßung der Darmwand (Perforation) kommen.

Nachblutungen sind möglich, vor allem nach dem Abtragen von Polypen.